Hintergrund Olympia in Rostock?

Warum diese Seite?

Rostocker Bevölkerung entscheidet über die Olympiabewerbung

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2024 oder 2028 vor. Ob Berlin oder Hamburg die deutsche Kanditatur übernimmt, wird am 21.März 2015 vom DOSB entschieden. Als Partner für beide Städte möchte die Hansestadt Rostock das olympische Segeln in Warnemünde austragen. Dazu ist die Modernisierung und der Ausbau des traditionellen Seglerhafens auf der Mittelmole vorgesehen. Diese ist auch als eine mögliche Standortvariante für das Olympiadorf in der ersten Machbarkeitsstudie benannt. Mit 380 Sportlern aus 70 Nationen und einem Begleitpersonal von 400 Personen ist nach Angaben des Deutschen Seglerverbandes zu rechnen. Die Wettkämpfdauer in den zehn olympischen Bootsklassen beträgt 14 Tage. In einem Bürgerentscheid sollen nun Rostocks Einwohner über die Olympiabewerbung abstimmen. Auch wenn Segeln nur als Randsportart gilt, verspricht sich die Hansestadt Rostock aufgrund der internationalen Aufmerksamkeit einen Imagegewinn für Stadt und Region. Daneben werden weitere Argumente von der Stadtverwaltung im Werben um Zustimmung der Bevölkerung für die Olympiapläne ins Feld geführt. Diese stoßen beim Warnemünder Ortsbeirat hingegen bereits auf offene Kritik wegen mangelnder Nachhaltigkeit.

Vor diesen komplexen Hintergründen wird die sorgfältige Abwägung aller Aspekte erste Bürgerpflicht, um mit Bedacht eine nachhaltige Entscheidung zu fällen, die Bürgern und Stadtentwicklung gleichermaßen nützt. Dazu können Sie hier untereinander Pro&Contra diskutieren, Vorschläge und Hinweise liefern oder einfach Ihren Standpunkt klarstellen. Um sich zum Thema kompakt zu informieren oder eine unabhängige Meinung zu bilden, wurde die Internetseite www.warnemuende-olympia.de für die breite Öffentlichkeit eingerichtet. Transparenz und rege Beteiligung sollen die Suche nach frühstmöglichen Antworten auf die zentralen Fragen unterstützen: Will die demokratische Mehrheit der Rostocker Olympia oder nicht? Und wenn ja, zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen?


Position der Hansestadt Rostock und der Landespolitik

Olympia ist eine tolle Entwicklungschance für Bundesland, Region und Stadt gleichermaßen. Speziell Rostock kann seine internationale Bekanntheit imagefördernd ausbauen und sowohl wirtschaftlich als auch touristisch stärken. Zudem können Impulse für die weitere Entwicklung der Infrastruktur geliefert werden. Dieser Prozess ist anspruchsvoll und hat viele verschiedene Perspektiven. Er ist auf ein breites Fundament zu stellen und transparent zu führen. Die nun vorliegende Untersuchung zu den erforderlichen olympischen Sportanlagen ist ein erster Schritt mit nachhaltigem Ansatz zur Beteiligung der Hansestadt an der Bewerbung zu den olympischen Wettbewerben 2024 oder 2028. Bei der geplanten Einwohnerbefragung wird es um die Entscheidung der wasser- und landseitigen Entwicklung auf der Mittelmole gehen. Wir werden Ihre Anregungen und Hinweise bei den Planungen einbeziehen. Bringen Sie sich aktiv in den weiteren Entwicklungsprozess ein, damit Sie Ihre Entscheidung über konkrete Informationen treffen können. Stadtentwicklung ist mehr als „Ja“ oder „Nein“, sie geht uns alle an. Mit dem Anknüpfen an die olympische Begeisterung von 2002 kann die Bewerbung zur Austragung der Segelwettbewerbe 2024 oder 2028 gemeinsam mit den Bürgern vorangebracht werden.


Position des Ortsbeirates Stadtteil Warnemünde

Seit 1926 gibt es mit der “Warnemünder Woche” eine stolze Tradition. Durchschnittlich 2.000 Segler aus 30 Nationen nehmen daran jedes Jahr teil. Die Aussicht auf olympisches Segeln 2024 oder 2048 wäre die sportliche Krönung für das weltweit anerkannte Warnemünder Segelrevier. Für Rostocks lange Segeltradition besteht somit die Chance auch mit vereinten Investitionen nachhaltig im Breitensport zu hervorragenden Bedingungen zu kommen. Leider läßt sich dieser Nachhaltigkeitsaspekt noch nicht adäquat auf den bisher einzigen Standortvorschlag “Mittelmole” für ein olympisches Dorf übertragen. Laut Machbarkeitsstudie wird eine Konformität postuliert, die in keiner Weise auf den geltenden Bürgerschaftsbeschluss zur Bebauung der Mittelmole eingeht. Der Ausschluß einer Vornutzung des Olympiadorfes bis 2024/2028 als Mietwohnraum läßt befürchten, dass hier nach den Spielen Hunderte Eigentums- oder Ferienwohnungen entstehen könnten. Damit nicht unter dem Deckmantel von angeblich olympischen Anforderungen eine Bebauung der Mittelmole erfolgt, die weder den Wünschen der Bevölkerung noch dem erforderlichen Nachhaltigkeitsaspekt entspricht, sind weitere Standortuntersuchungen dringend erforderlich. Alternativen gäbe es reichlich. Die Unterbringung von Aktiven und Betreuern für die 14-tägigen Segelwettbewerbe wäre durch Anmietung eines Kreuzfahrtschiffes oder der Yachthafen-Residenz, die im Resultat der Olympiakandidatur für 2012 entstand, sicherlich am kostengünstigsten. Auch wäre ein Olympia-Dorf am unmittelbar zur Mittelmole angrenzenden Werftgebiet oder dem Gelände am Laak-Kanal denkbar. Eine vollkommen neue Perspektive könnte Olympia nachhaltig dem krisengeplagte IGA-Park verschaffen. Hier scheint derzeit der Handlungsbedarf für die Kommune am größten. Es wäre schade, wenn der Standort des Olympiadorfes zur Gretchenfrage beim Bürgerentscheid über eine Oylmpiabewerbung werden würde.